Leben mit Gliom

Alles geregelt

Zum Leben mit einer Krebserkrankung gehört auch, rechtliche und finanzielle Fragen zu klären und offiziell festhalten zu lassen. Dies gilt insbesondere für den Fall, dass die Krankheit nicht gut verläuft. Sie machen es sich und Ihren Angehörigen leichter, die Frage „Was passiert dann?“ möglichst frühzeitig zu besprechen. Denn sobald der Fall eingetreten ist, können ungeklärte Fragen schnell zur großen Herausforderung werden. Sind Vorsorge und Nachlass nicht geregelt, entscheidet das Gesetz – und das kann oft anders aussehen, als Sie es sich gewünscht hätten.

Beachten Sie, dass es einige Wochen dauern kann, die nötigen Dokumente nach den formalen Anforderungen zu erstellen und notariell beurkunden zu lassen. Zu diesen Dokumenten gehören:

Patientenverfügung

Fragen Sie bei Ihrer Krankenkasse oder Ihrem Behandlungsteam nach.

Vorsorgevollmacht

Deckt neben medizinischen auch finanzielle und rechtliche Entscheidungen ab.

Testament

Lassen Sie sich von Fachpersonen für Erbrecht zu den formalen Bedingungen beraten.
Wohlfahrtsverbände sind eine gute Anlaufstelle für Fragen rund um Vorsorge und Erbrecht. In der Regel ist die Beratung kostenfrei oder kostet nur sehr wenig. Informationen zu Verbänden erhalten Sie z. B. bei der BAGFW.

Abschied nehmen

Alles zu regeln, kann auch beinhalten, sich genügend Zeit für Abschiede zu nehmen. Es gibt wahrscheinlich keine Worte, die diesen Prozess beschönigen oder erleichtern können. Dennoch: Versuchen Sie, die Zeit mit Ihren Liebsten für Worte und Gesten zu nutzen, die schon lange einmal gesagt oder getan werden wollten. So schmerzhaft das Abschiednehmen auch ist, es birgt Potenzial für innige Momente, liebevolle Gesten und achtsame Stunden gemeinsam. Wenn Sie weniger der verbale Typ sind, können Sie Ihre Gedanken und Gefühle auch schriftlich festhalten – das kann ebenso heilsam sein wie ein Gespräch.

Vielleicht ist es Ihnen auch lieber, in den letzten Wochen und Tagen des Lebens nicht an Abschied und bedeutungsvolle Worte zu denken. Vielleicht möchten Sie die Zeit lieber so normal wie möglich verbringen oder so viel Spaß wie möglich haben. Es ist ganz Ihnen überlassen, wie Sie Abschied nehmen möchten. Reden Sie mit Ihren Angehörigen über Ihre Vorstellungen, um Unsicherheiten, Scham oder Schuldgefühle auf beiden Seiten zu vermeiden.