Glossar

0-9

1p/19q-Kodeletion - genetische Veränderung, bei der bestimmte Abschnitte auf den Chromosomen 1p und 19q fehlen; typisch für Oligodendrogliome

A

Antikonvulsiva - Mittel zur Behandlung epileptischer Anfälle (neue Bezeichnung: anfallssupprimierendes Medikament)

Astrozytom - Gliom-Typ mit IDH-Mutation (genetische Veränderung am Enzym IDH), der niedriggradig oder höhergradig sein kann und von astrozytären Vorläuferzellen ausgeht

ATRX-Verlust - ein häufiger molekularer Marker bei Astrozytomen mit IDH-Mutation. ATRX ist ein Gen, das dafür sorgt, dass die DNA gut verpackt und geschützt ist.

Awake Craniotomy - Hirnoperation im Wachzustand zur Funktionskontrolle

C

Computertomografie (CT) - Darstellung innerer Körperstrukturen als Schnittbilder mithilfe von Röntgenstrahlen zur Erkennung und Überwachung von Hirntumoren und anderen Erkrankungen.

E

EGFR - ein EGF-Rezeptor (engl. Abkürzung: Epidermal Growth Factor Receptor) ist ein Protein, das in verschiedenen Tumorarten (z. B. beim Glioblastom) hochreguliert und/oder in mutierter Form vorgefunden wird, was dazu führt, dass die Tumorzellen unkontrolliert wachsen und sich vermehren.

Eloquent - bezeichnet Hirnareale, die für wichtige Funktionen zuständig sind (Sprache, Bewegung, Sehen)

Epileptischer Anfall - vorübergehende Störung der Hirnfunktion, bei der sich viele Nervenzellen gleichzeitig entladen. Dies kann sich in verschiedenen Symptomen äußern, z. B. Zuckungen, Starre, Bewusstseinsverlust oder ungewöhnliche Sinneseindrücke.

I

IDH-Wildtyp - Tumorzellen, die keine Mutation der Isocitratdehydrogenase (IDH) aufweisen

Infiltratives Wachstum - Tumor breitet sich diffus in gesundes Gewebe aus

Isocitrat-Dehydrogenase (IDH) - ein Schlüsselenzym des Citratzyklus, der ein zentraler Teil des Energiestoffwechsels von Lebewesen ist.

K

Kraniotomie - chirurgische Öffnung des Schädels

M

Magnetresonanztomografie (MRT) - Darstellung innerer Körperstrukturen mithilfe von Magnetfeldern und Radiowellen (ohne Röntgenstrahlung); eignet sich besonders für Aufnahmen des Gehirns.

MGMT-Promotor-Methylierung - eine chemische Veränderung am MGMT-Gen, die seine Aktivität verringert. Beim Glioblastom ist belegt, dass diese Veränderung sowohl mit einer besseren Prognose als auch mit einer besseren Wirkung der Chemotherapie verbunden sein kann.

Molekulare Marker - spezifische Gene, Proteine oder andere Moleküle im Körper, die als Diagnosehilfe oder Therapieindikator dienen und sich günstig oder ungünstig auf die Prognose auswirken können.

Mutation - eine dauerhafte, meistens spontan auftretende Veränderung der Zell-DNA. Mutationen sind eine treibende Kraft der Evolution und können nützlich, schädlich oder neutral sein.

N

Neuroplastizität - Der Begriff beschreibt die Fähigkeit des Gehirns, sich während des gesamten Lebens zu verändern und anzupassen. Diese Anpassungsfähigkeit ist die Grundlage für Lernen, Verhalten und die Erholung von Gehirnverletzungen. 

O

Oligodendrogliom - Gliomtyp, der sich durch eine 1p/19q-Kodeletion auszeichnet, niedriggradig (WHO-Grad 2) oder höhergradig (WHO-Grad 3) sein kann und von oligodendroglialen Vorläuferzellen ausgeht.

P

Positronen-Emissions-Tomographie (PET) - bildgebendes Verfahren, um Stoffwechselvorgänge mithilfe einer schwach radioaktiv markierten Substanz im Körper sichtbar zu machen. Bei Hirntumoren wird dazu die Aminosäure Fluorethyltyrosin (FET) verwendet (= FET-PET).

R

Resektion - operativer Eingriff zur Entfernung von Tumorgewebe. Teilresektion = Entfernung von (möglichst großen) Teilen des Tumors; Totalresektion = Entfernung des gesamten Tumors.

S

Stereotaktik - millimetergenaue Technik zur Gewebeentnahme oder Therapie im Gehirn

Steroidtherapie - Kortisonbehandlung zur Abschwellung des Gehirns

T

Temozolomid (TMZ) - Standard-Chemotherapeutikum bei Gliomen

TERT-Promotor-Mutation - genetische Veränderung, die häufig bei aggressiven Tumoren vorkommt

TMS (Transkranielle Magnetstimulation) - Anregung von Gehirnbereichen mithilfe von Magnetfeldern, um wichtige Hirnfunktionen zu kartieren und das Risiko möglicher Folgeschäden bei einer Operation zu minimieren

Tumor Treating Fields (Tumortherapiefelder) - elektrische Wechselfelder zur Hemmung der Tumorzellteilung, gehört zur Routinetherapie bei neu diagnostizierten Glioblastomen

Tumorboard/Tumorkonferenz - regelmäßige Besprechung eines Teams aus Ärzt:innen verschiedener Fachrichtungen (z. B. Onkologie, Chirurgie, Radiologie), um gemeinsam Therapieempfehlungen und Behandlungspläne für Krebspatient:innen zu erstellen.

W

WHO-Grad - Einstufung von Hirntumoren (u. a. Gliomen) nach der Weltgesundheitsorganisation (WHO), basierend auf dem Tempo des Tumorwachstums und biologischen Merkmalen. Die Grade reichen von 1 (langsam wachsend, gutartig) bis 4 (sehr schnell wachsend, bösartig).

Z

Zentralnervensystem (ZNS) - Einheit aus Gehirn und Rückenmark, die Reize und Informationen verarbeitet und entsprechende Befehle an die Muskeln, Organe und Sinne des Körpers sendet (z. B. volle Blase –> Harndrang). Auch Bewusstsein und Sprachvermögen sitzen im ZNS.